Omega-3-Fettsäuren - Gute Fette braucht der Mensch

Was haben Heringssalat, Leinsamenbrot und Walnüsse gemeinsam? Natürlich sind das alles leckere Lebensmittel, gleichzeitig sind sie aber auch reich an guten Fetten.

So wirken Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren

Gute Fette, das sind einfach ungesättigte Fettsäuren. Sehr gute Fette, das sind die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren. Von beiden steckt besonders viel in Fisch, Nüssen und den meisten pflanzlichen Ölen. Die zu den pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren zählende Alpha-Linolensäure – eine dreifach ungesättigte Fettsäure – ist für den Menschen sogar essenziell.

Omega-3-Fettsäuren

Zahlreiche Untersuchungen haben erwiesen, dass Omega-3-Fettsäuren für die Senkung der Blutfettwerte mitverantwortlich sind und Einfluss auf die Gerinnungsfähigkeit des Blutes haben. Darüber hinaus spielen Omega-3-Fettsäuren auch eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr: Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wandelt der Körper nach der Aufnahme teilweise in Oxylipine um. Als starke Botenstoffe sind diese oxidierten Fettsäuren wichtig für die chemische Kommunikation in und auch zwischen den Zellen. Oxylipine aus Omega-3-Fettsäuren wirken dadurch auf vielfältige Weise, wie zum Beispiel mit der Hemmung von Entzündungen.

Wuppertaler Wissenschaftler* gingen 2019 der Frage des Dosis-Wirkung-Zusammenhangs nach: Wie wirkt sich die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren auf die Konzentration von Oxylipinen im Blut aus? In einem Versuch verzehrten Probandengruppen ein Jahr lang jeweils eine, zwei und vier Portionen Fisch pro Woche. Das Ergebnis: Je mehr Fisch ein Mensch zu sich nimmt, desto mehr Oxylipine bildet der Körper. Das heißt, dass alles was ein Mensch aufnimmt, im Körper auch verarbeitet wird.

Omega-6-Fettsäuren

Anders als bei den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren verhält es sich mit mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren, zu denen auch die Alpha-Linolensäure gehört. Aus ihnen bilden sich hormonähnliche Substanzen, die Entzündungen fördern können.

Dennoch benötigt der Körper die mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren beispielsweise für das Abwehrsystem, allerdings nur in Maßen. „Viel hilft viel“ gilt für die ungesättigten Omega-6-Fettsäuren, im Gegensatz zu den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, also nicht.

Hier stecken Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren drin

Da der menschliche Körper mehrfach ungesättigte Fettsäuren nicht selbst herstellen kann, ist er auf die Zufuhr über die Ernährung angewiesen. Dabei sollte allerdings auf das richtige Verhältnis geachtet werden: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, höchstens fünfmal so viel Omega-6- wie Omega-3-Fettsäuren zu sich zu nehmen. Das heißt: Fette Speisefische wie Lachs, Hering oder Makrele mit hohem Omega-3-Gehalt sollten öfters auf dem Speiseplan stehen als Muskelfleisch und Innereien vom Schwein, Rind, Wild oder Geflügel, die reich an Omega-6 sind.

Beide Fettsäuren sind ebenfalls in vielen pflanzlichen Ölen enthalten. Für Salate und kalte Speisen bieten sich deshalb kalt gepresste Öle an. Während die am häufigsten verwendeten Raps- und Sojaöle etwa 7 bis 10 % der essenziellen Alpha-Linolensäure enthalten, zeichnet sich Leinöl mit bis zu 60 % als eine der besten Nahrungsquellen dafür aus. Auch Walnuss- oder Hanföl sind wertvolle Lieferanten, ebenso Leinsamen und Walnüsse als Ganzes. Einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren haben Haselnüsse vorzuweisen – diese wirken sich günstig auf den Cholesterin-Spiegel aus.


* Ostermann A., et al.: Plasma oxylipins respond in a linear dose-response manner with increased intake of EPA and DHA: results from a randomized controlled trial in healthy humans. The American Journal of Clinical Nutrition, nqz016, 21 April 2019